Monatliches Archiv für: Januar, 2010

Pariser Busse – Barrierefrei auf ganzer Linie

Bertrand Delanoë, Oberbürgermeister von Paris, traf sich am vergangenen Donnerstag mit den Direktoren der Verkehrsbetriebe STIF, Jean-Paul Huchon und RATP, Pierre Mongin, an der Place de la Bastille. Anlass war die feierliche Erklärung des barrierefreien Zuganges zu Pariser Omnibussen. Gerade recht, mag man meinen – heißt doch omnibus “für alle”.

Foto: RATP

Vorausgegangen war ein Jahrzehnt Bauarbeiten im gesamten Stadtgebiet. Haltestelleninseln und Trottoirs an Haltestellen mussten an das Niveau der Wagenböden angeglichen werden. Zudem mussste die komplette Busflotte umgerüstet bzw. ausgetauscht werden. Alle 1415 Fahrzeuge sind mit einer palette (mobile Zufahrtsrampe), gesicherten Stellplätzen für Rollstühle sowie gesonderten Haltewunschknöpfen ausgestattet. Dass Paris denn doch “nur” 96 % Barrierefreiheit bei seinen Bussen bietet, hat mit der “Spezialität” der beiden ausgenommenen Linien zu tun. Linie Montmartrobus verkehrt auf schwerst umzubauendem Terrain. Linie Balabus transportiert hauptsächlich (Geschäfts-) Touristen zwischen La Défense und Gare de Lyon.

Paris holt auf im internationalen Vergleich um Barrierefreiheit. Und in den Vorstädten zieht man mit: Auch hier gelten 70% der Buslinien bereits als geeignet für rollstuhlfahrende handicapeés. Insgesamt sei dies ein großer und notwendiger Schritt in die Zukunft des öffentlichen Personentransportes in der Millionenmetropole. Möglich wurde er dank einer gezielten Politik in der Zusammenarbeit zwischen der Stadt Paris, der Region Île-de-France und den Verkehrsunternehmen RATP und STIF.
Es war aber auch ein teurer Schritt: Seit 1999 investierte allein die staatseigene Betreibergesellschaft RATP in die Beschaffung von Fahrzeugen und den Umbau der halben Stadt ca. 330 Millionen Euro.
(Alle Angaben: RATP und STIF/Infomobi).

Früheres Ahnen – Heutiges Wissen

Die 26. Berliner Lange Nacht der Museen erwartet Ihren Besuch am kommenden Samstag, den 30. Januar.

Motto der Veranstaltung: “Überall geht ein früheres Ahnen dem späteren Wissen voraus”. Wer hätte dies treffender ausdrücken können, als der Berliner Wissenschaftsahn Alexander von Humboldt. Im Wissenschaftsjahr 2010 bleibt auch in den Museen nichts ungeahnt.

Rund 60 der über 180 Museen und Gedenkstätten bieten wie immer ein abwechslungsreiches Programm. Darunter: das Museum für Naturkunde (Virtuelle U-Boot-Fahrt in die Tiefsee), das Museum für Kommunikation (Ausstellung und Kinderprogramm zum Thema Geld), das Werkbundarchiv – Museum der Dinge (Experten erklären Sammlungsstücke: Blasse Dinge/Kaputte Dinge/Fetisch-Dinge/Gute Dinge/Böse Dinge …).

Erstmals dabei: das nach Sanierung und Restaurierung erst jüngst eröffnete Museumsschloss Schönhausen. Während Preußens Alter Fritz sorglos in Potsdam residierte, verbrachte Königin Elisabeth Christine hier mehr als 50 Sommer. Eigens für sie wurde es im Rokokostil umgebaut.
DDR-Staatspräsident Pieck diente Schönhausen ab 1950 als Residenz – sein Arbeitszimmer ist nach Jahren im Depot nun wieder an seinem Platz. Spätere DDR-Regierungen richteten das Rokoko-Schloss als Nobelherberge für höchste Staatsgäste her (u.a. Fidel Castro und Michael Gorbatschow).  Blickfang heute wie damals: das violett gekachelte Bad aus den 1960-er Jahren.
Und was wohl niemand geahnt hätte: die Verköstigung der museumshungrigen Besucher mit Soljanka und Bouletten.

Veranstaltungsorte, Programm, Preise und mehr Informationen zur Museumsnacht finden Sie hier.

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