Bertrand Delanoë, Oberbürgermeister von Paris, traf sich am vergangenen Donnerstag mit den Direktoren der Verkehrsbetriebe STIF, Jean-Paul Huchon und RATP, Pierre Mongin, an der Place de la Bastille. Anlass war die feierliche Erklärung des barrierefreien Zuganges zu Pariser Omnibussen. Gerade recht, mag man meinen – heißt doch omnibus “für alle”.
Vorausgegangen war ein Jahrzehnt Bauarbeiten im gesamten Stadtgebiet. Haltestelleninseln und Trottoirs an Haltestellen mussten an das Niveau der Wagenböden angeglichen werden. Zudem mussste die komplette Busflotte umgerüstet bzw. ausgetauscht werden. Alle 1415 Fahrzeuge sind mit einer palette (mobile Zufahrtsrampe), gesicherten Stellplätzen für Rollstühle sowie gesonderten Haltewunschknöpfen ausgestattet. Dass Paris denn doch “nur” 96 % Barrierefreiheit bei seinen Bussen bietet, hat mit der “Spezialität” der beiden ausgenommenen Linien zu tun. Linie Montmartrobus verkehrt auf schwerst umzubauendem Terrain. Linie Balabus transportiert hauptsächlich (Geschäfts-) Touristen zwischen La Défense und Gare de Lyon.
Paris holt auf im internationalen Vergleich um Barrierefreiheit. Und in den Vorstädten zieht man mit: Auch hier gelten 70% der Buslinien bereits als geeignet für rollstuhlfahrende handicapeés. Insgesamt sei dies ein großer und notwendiger Schritt in die Zukunft des öffentlichen Personentransportes in der Millionenmetropole. Möglich wurde er dank einer gezielten Politik in der Zusammenarbeit zwischen der Stadt Paris, der Region Île-de-France und den Verkehrsunternehmen RATP und STIF.
Es war aber auch ein teurer Schritt: Seit 1999 investierte allein die staatseigene Betreibergesellschaft RATP in die Beschaffung von Fahrzeugen und den Umbau der halben Stadt ca. 330 Millionen Euro.
(Alle Angaben: RATP und STIF/Infomobi).

