Monatliches Archiv für: September, 2010

Café Cinema wird 20 – Erinnerung an Gründerzeiten

Das moderne Berlin hatte es ja immer: ein aufregendes und bewegtes Nachtleben. In Gründer-, Nachkriegs- und Wendezeiten.

Aus der Aufbruchstimmung der Wendezeit 1989-90 ist gerade in den zentralen Bezirken Berlins nicht viel übrig geblieben. Als eine der letzten Betriebsgründungen in der DDR öffnete das Café Cinema am 2. Oktober 1990 um 22 Uhr seine Türen – genau 2 Stunden, bevor die Einheit über Deutschland kam.

Die Gründer, 2 Frauen aus dem Osten und ein Westberliner, übernahmen damit Räumlichkeiten, die während der DDR-Zeit vom Klub der Film- und Fernsehschaffenden genutzt wurden. Dem wollten sie Rechnung tragen in der Namensgebung, der Deckenbeleuchtung (alte Bühnenscheinwerfer) sowie auch in der Gestaltung der Wände. Diese wurden großflächig tapeziert mit Plakaten des staatlichen Progress Filmverleih: Filmankündigungen aus DDR-Tagen mit ganz eigenem Charme.

Letztlich die in den neunziger Jahren hinzu gekommenen Schwarzweißfotos des früheren Bühnenfotografen Arwid Lagenpusch. Sie sind weit mehr als Dekoration. Ausnahmslos sind es Porträts von verliebten, nachdenklichen, lesenden, diskutierenden, musizierenden, fröhlichen und traurigen – Menschen im Café.

Weil hier kein Wert auf Schicki-Micki gelegt wird, ist es nach wie vor beliebt als eine Oase im Meer der hippen Mitte-Styles. Dennoch bekommen Sie auch hier eine Latte macchiato oder eine Holunderbionade…

Am kommenden Samstag feiert das Café Cinema sein 20-jähriges Bestehen. Die Türen öffnen sich, wie damals – um 22 Uhr.

Café Cinema
Rosenthaler Straße 39
10178 Berlin (Mitte)

Verkehrsverbindung:
S-Bf. Hackescher Markt
U-Bf. Weinmeisterstraße
Tram M1 Hackescher Markt

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