Plastic Meets Baroque – Murakami in Versailles

Nach Jeff Koons 2008 und Xavier Veilhan 2009 ist es nun an der Zeit, den nächsten Zeitgenossen im barocken Rahmen des Schlosses Versailles zu präsentieren.

Flower Matango, 2001-2006

Flower Matango, 2001-2006

Takashi Murakami, 1962 in Tokio geboren, graduierte ebendort zum Doktor in japanischer Malerei. Sein Stil ist gekennzeichnet durch die Kombination modernster Ausdruckstechniken mit Elementen der traditionellen japanischen Kunst. In vielen seiner hier gezeigten Arbeiten werden zudem edle mit unedlen Materialien gemixt: Diamanten, Gold und Silber treffen auf Fiberglas, Acryl und Plastik.

Kennern westlicher Konsumwelten ist er seit 2003 als Gestalter für Louis Vuitton bekannt – beispielsweise durch die Gestaltung der Linie Monogram Cerises (Luxustaschen mit Kirschmotiv).

Für seine kunterbunten Skulpturen lässt sich Murakami besonders deutlich von Manga und Kawaii inspirieren. Anders als im Westen hat sich in Japan bereits seit den 1970er Jahren “Niedlichkeit” in vielen Lebensbereichen durchgesetzt. Nicht nur in der Produktgestaltung und Werbung sondern auch in staatlichen Behörden sind Kawaii-Figuren und Maskottchen nicht mehr wegzudenken. Viele zeitgenössische Künstler in Japan reflektieren das in ihren Werken.

Ein Großteil der Besucher ist begeistert vom Kontrast poppiger Gegenwartskunst und barocker Fülle. Manch einen lässt die Ausstellung auch verstört nachdenken über Symbole und Wertvorstellungen – die eigenen und die des selbstverliebten Sonnenkönigs. Wie würde das Schloss wohl aussehen, wenn dessen Auftraggeber, Erbauer und Gestalter die Maßstäbe von heute angelegt hätten?

In 15 Räumen des Schlosses sowie in den königlichen Gärten werden insgesamt 22 Arbeiten gezeigt. 11 davon wurden eigens für diese Ausstellung kreiert. Weitere Bilder sehen Sie hier.

Diese erste große Retrospektive des Japaners in Frankreich ist noch bis zum 12. Dezember zu sehen.

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