Hinter dieser edlen Holzfassade an der Südostecke der Place de la Madeleine befindet sich ein Geschäft der Firma Maille aus Dijon.
Weil’s interessant ist, hier eine kurze Geschichte der Marke:
Die Anfänge
Bereits 1720 hatte der aus Paris stammende Essigmacher Antoine Maille in Marseille durch eine spezielle Art der Weindestillation “antiseptischen” Essig hergestellt. Darin ließen sich frische Gemüse prima entkeimen und auch länger haltbar machen. Eine Legende erzählt, dass die Marseiller die verheerende Pestwelle dieser Jahre auch mit Hilfe von Essig (und darin eingelegter Gemüse) überstanden hätten.
Geschäftseröffnung in Paris
1747 eröffnete Herr Maille junior sein erstes Verkaufsgeschäft in Paris (damals: Rue St.André des Arcs). Seine Produkte waren zu jener Zeit schon der letzte Schrei an europäischen Höfen (z.B. in Wien und Budapest). 1769 wollte König Ludwig XV. diese Leckereien in seinen Küchen haben, kurz darauf auch Katharina II. von Russland. Um 1800 hatten Herr Mailles Nachfahren bereits mehr als 20 verschiedene Sorten Senf kreiert – veredelt mal mit fruchtigen, herben oder orientalischen Noten.
Als 1930 der letzte Sproß der Familie starb, war das Unternehmen nicht mehr eigentlich erfolgreich, in der Produktion sowie im Vertrieb. Das änderte sich, als Philippe de Rothschild die Marke kaufte. Die Original Maille Rezepturen wurden so beibehalten, wie sie lange Zeit vorher vom alten “Mâitre” notiert worden waren.
1952 fusionierte das Unternehmen schließlich mit der weithin berühmten Dijoner Senferei Grey-Poupon, die dort bereits seit 1777 bestand. Als Markenname für die Edelsenfe wurde Maille beibehalten. 1991 erweiterte man die Palette um edelste Sorten von Balsamico-Essig. Die kulinarische Rafinesse und der Erfolg von Produkten der Marke lief im Jahr 1996 folgerichtig auf die erneute Eröffnung eines Geschäftes in Paris hinaus: an der heutigen Adresse.
Heutige Situation
Seit dem Jahr 2000 gehört die Marke dem niederländisch-britischen Unilever-Konzern. Dieser gab Ende 2008 bekannt, den traditionellen Produktionsstandort bis Ende 2009 zu schließen und in der Banlieue von Dijon, genauer in Chevigny, weiterhin Senf der Marke Maille zu produzieren.
In vielen Supermärkten und Delikatessengeschäften weltweit kann man heutzutage Senf von Maille erhalten. Das Besondere beim Einkaufen in diesem Pariser Traditionsgeschäft wird jedoch gleich nach Betreten des Ladens offenbar: Am Verkaufstresen befinden sich drei Zapfhähne, wie man sie aus jeder Brasserie oder Bar kennt. Allerdings strömt hier kein Bier ins Glas. Feinster Senf in 3 Geschmacksrichtungen wird in eigens dafür angefertigte Tontöpfchen abgefüllt. In hölzernen Vitrinen stehen Dutzende verschiedener Sorten von Senf, knackige Cornichons, feinste Silberzwiebeln, raffinierte Vinaigrettes und Öle. Ihr Einkauf wird auf Wunsch dekorativ verpackt – ein spezielleres Souvenir als frisch gezapften Senf (bspw. Mangosenf mit Thaikräutern) können Sie kaum mit nach Hause bringen!
Tipp! Die Original Senftöpfchen können Sie sich bei Ihrem nächsten Besuch nachfüllen lassen – für einen Bruchteil des Preises!
Geöffnet:
Mo bis Sa von 10-19 Uhr
Adresse:
6, place de la Madeleine
75008 Paris
Lage:
8. Arrondissement
Verkehrsverbindung:
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