Der schönste und größte Kinopalast Europas!
1932: Die Geburtsstunde des GRAND REX schlägt am Abend des 8. Dezember. Mehr als 3300 geladene Gäste feiern am Boulevard Poissonnière die Einweihung des Hauses mit immensen Ausmaßen – unter ihnen Jacques Haik, Kinobesitzer und einer der größten Filmproduzenten seiner Zeit. Die Kinoeröffnung ist ein gesellschaftliches Großereignis in Paris. Das gesamte Quartier ist erleuchtet vom Lichterglanz (allein 3500 Lichter an der Art Deco Fassade des Palastes!). Die Straßen rundherum sind vor und nach dem Spektakel hoffnungslos verstopft – Parkhäuser gibt’s noch nicht.
Auf der riesenhaften gewölbten Leinwand sieht man an diesem Abend “Les trois Mousquetaires” (1921) von Henri Diamant-Berger. Zur Untermalung spielt ein 40-köpfiges Orchester. Der fünfstündige (!) Film wird durch Pausen unterbrochen, in denen das Ballett der REX-Girls Revueeinlagen absolviert.
1940-44: Die Kommandantur von Paris richtet im REX ein deutsches Soldatenkino ein: Schmonzetten sollen die Besatzer bei Laune halten, Propagandafilme dienen der “Herrenrasse” zur Ideenverbreitung. Immer weniger Pariser zieht es vor die Leinwand.
1944: Nach der Befreiung von Paris eröffnete das Haus erneut – diesmal mit einem amerikanischen Streifen auf der Leinwand und amerikanischen Streifen (chewing gum) in den Pausen. Trotz Strom- und Kohlerationierung sind die Säle in der Nachkriegszeit täglich zur Vorstellung geöffnet. In den folgenden 10 Jahren werden regelmäßig die Zuschauerrekorde gebrochen, wozu Extravorstellungen für Kriegsheimkehrer maßgeblich beitragen.
1957, 12 Uhr mittags: der Leinwandheld der Prärie Gary Cooper kommt zu Besuch. 25 harte Jahre des Kinokampfes (mit Pistolen gegen Sioux-Indianer) liegen da bereits hinter ihm. Furchtlos, lediglich mit einer Schere bewaffnet, stellt er sich im REX einem neuen Gegner zum Showdown: ein blau-weiß-rotes Band versperrt ihm den Weg. Cooper zieht – und gewinnt. Der Weg über die nagelneue Rolltreppe ist von nun an für das Publikum frei.
1963: Die Vermarktungsideen des Kinodirektors Georges Cravenne kennen keine Grenzen. Am 24. Oktober mietet er einen kompletten Zug der Pariser Métro. Abfahrt von Invalides. Endstation: Bonne Nouvelle (die Station vor seinem Kinopalast). Die Passagiere des Zuges sind Stars und Sternchen der französischen Filmbranche. Für sie wird an diesem Abend die Premiere von “Cleopatra” gegeben – der nächste große Kassenschlager im REX. Die Kinowirtschaft läuft in den Sechzigern auf Hochtouren. Die beliebtesten Sehenswürdigkeiten jener Jahre sind Louvre – Eiffel – REX.
1974: Es scheint, als sei die Zeit der Kino-Saurier vorbei. Der große Saal ist in den letzten Jahren kaum noch gefüllt, zu aufwändig und teuer ist der Unterhalt. Mehr als 3000 Kinosessel neu zu polstern ist auch nicht eben preiswert und schnell getan. Kleinere Kinos in Paris sind da flexibler, auch in ihrer Programmgestaltung (Der zweite Pariser Kino-Dino, ein Gaumont-Palast an der Place de Clichy, ist ebenfalls dem Sterben nah …) Der Umbau einschließlich Erweiterung nimmt mehrere Jahre in Anspruch.
1982: Wiedereröffnung des umgestalteten Palastes. Um das Überleben zu garantieren, hatte sich Direktor Phillippe Hellmann dazu entschieden, den großen Saal auf knapp 2800 Plätze zu reduzieren. Die Gestaltung des Grand large bleibt dabei erhalten: Über dem Parkett befinden sich zwei Balkone, die von einer Stadtsilhouette gerahmt werden. Zusätzlich werden 3 neue Säle eingerichtet (500, 300 und 100 Plätze).
Der REX Club eröffnet in den unterirdischen Räumen und ersetzt dort die immer weniger besuchte Nachtclubrevue “Rêve”.
1986: Die Besichtigungstour “Les Etoiles du Rex” lässt Sie interaktiv die Geschichte dieses Luxuskinos erleben – täglich (auch auf deutsch).
Nicht nur für Kinder: Jährlich in der Vorweihnachtszeit wird der Weihnachtsfilm mit Licht- und Wasserspielen auf der Bühne spektakulär in Szene gesetzt (Féerie des Eaux 2009: Arthur et la vengeance du Maltazar).
Adresse:
1, Blvd. Poissonnière
75002 Paris
Verkehrsverbindung:
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Bonne Nouvelle
Kartenpreise zwischen 5,30 € und 11,00 €.





