In der Zeit der großen Industrialisierung Europas entstanden in Paris genauso wie in vielen anderen Städten und Metropolen Bahnhöfe der verschiedenen Schienennetze. Darunter gab es solche zum Gütertransport, andere dienten hauptsächlich Passagieren. Sie hatten schon damals mehr als nur Gleise und Plattformen: Es befanden sich hier integrierte Hotels für Zugereiste, Restaurants, Kioske in riesige Wartehallen mit Dächern aus Glas und Stahl. Die Fassaden und Innenwände waren nicht selten aufwendig gestaltet – dem Geschmack der Zeit entsprechend im Neobarock-, Neorenaissance- oder Belle-Epoque-Stil. Architekten, Konstrukteure, Ingenieure und Künstler schufen dieserart Bauwerke, die man noch heute mit Fug und Recht als Kathedralen des Reisens bezeichnen kann.
Begeistert von der modernen Art des Reisens und des Transports, ließen sich bekannte Maler nicht von der dampf- und rauchgeschwängerten Luft in den Bahnhöfen dieser Zeit abschrecken. Im Gegenteil: Claude Monet z.B. inspirierte dieser Qualm geradezu.
Im Laufe der vergangenen 150 Jahre wurde das Antlitz der großen Pariser Bahnhöfe kaum verändert. Im Innern (mehr noch im Untergrund) sind sie den modernen Anforderungen gestiegener Gästezahlen und geschwinder Abfertigung durchaus gewachsen. Allein, es fehlt in Paris ein zentraler Umsteigepunkt – fast ausnahmslos handelt es sich um Kopf- oder Sackbahnhöfe. (Die Qual des Umsteigens von Bahnhof zu Bahnhof ist anschaulich dargestellt im Film “Mr. Bean macht Ferien”. Ebendort eine vergnügliche Szene im Restaurant “Le Train Bleu” des Lyoner Bahnhofs.)
Für technische Daten verweisen wir gern auf einschlägige Internetportale. Wir möchten Ihnen mit Fotos und Kurzbeschreibungen hier einen kleinen Überblick verschaffen und Ihren Blick auf Details lenken, die einen Besuch lohnen.
Gare d’Austerlitz
Gare de l’Est
Gare du Nord
Gare Montparnasse
Gare Saint-Lazare
Gare de Lyon

1901 offiziell vom Präsidenten der Republik, Emile Loubet, eröffnet. Besonders im Bahnhofsrestaurant “Le Train Bleu” zeigt sich der überbordende Ausdruck der Belle Epoque: Skulpturen, Vergoldungen und 41 riesenhafte Gemälde machen die Wartezeit angenehm, wenn auch nicht billig.
Von hier fahren Züge in Richtung Süd und Südost, also nach Lyon, Marseille, Genf, in die Provence und die Alpenregion.







