Anfänge im Mittelalter
Vor mehr als 800 Jahren wurde auf dem rechten Seineufer eine Festung erbaut, um den damals schon größeren Teil von Paris besser beschützen zu können. (König Philipp II. August lebte und residierte noch in seiner Hofburg auf der Cité-Insel.)
Auch Philipp der Schöne gebrauchte die Festung “lediglich” als Waffenlager und Schatzkammer.
Karl der Weise richtete die damals größte Bibliothek des Königreichs ein – mit 973 Büchern.
Unter Franz I. und Heinrich II. veränderte sich das Aussehen grundlegend: mittelalterliche Finsterarchitektur wich peu à peu dem Baustil der Renaissance; ein gigantisches Vorhaben über mehrere Generationen. Katharina von Medici (die Königinwitwe Heinrich II.) fühlte sich gar nicht wohl auf dieser ständigen Baustelle. Sie ließ sich zwischendurch mal schnell ein Residenzschloß in den Tuilerien bauen (welches durch eine knapp 500 m lange Galerie am Ufer der Seine mit dem Louvre verbunden werden sollte).
Heinrich IV. ließ zwischen Louvre und Tuilerien weiter bauen, die gigantischen Flügelbauten wurden aufgestockt.
Für Ludwig XIII. war das Ganze noch zu klein. Er brachte in weiteren Anbauten die königliche Druckerei und die Münze unter.
Vom Umzug des Hofes bis zur Kommune
Ludwig XIV. zog mitsamt seinem Hof 1682 nach Versailles um, am Louvre wurde nur spärlich weitergebastelt. Akademien, Künstler, Gastwirte und Gaukler zogen ein.
Bis 1789 war der gesamte Komplex ziemlich verwahrlost, in den Wintern der Revolutionszeit wurde nicht selten königliches Mobiliar verheizt. Seit 1793 ist der Louvre “für alle geöffnet”.
Erst Napoléon Bonaparte zeigte wieder Interesse am Louvre als Residenz. Der Cour Carrée wurde endlich fertig gestellt, der Place du Carroussel vergrößert und ein kleiner Triumphbogen gebaut.
Unter Napoléon III. entstanden die umfangreichsten Anbauten der nördlichen und südlichen Gebäudeflügel.
Während der Kommune im Mai 1871 ging der Tuilerienpalast und Teile des Louvre in Flammen auf, die staatliche Kunstsammlungen wurden jedoch verschont. Die Schäden am Louvre wurden nach 1875 ausgebessert, die Brandruine der Tuilerien abgerissen und der Präsidentensitz in den Elyséepalast verlegt.
Großprojekt “Grand Louvre”
Unter Präsident Mitterrand wurde das Projekt “Grand Louvre” von 1989-1993 zum gigantischen Museumskomplex ausgebaut, der Zugang zu allen Flügeln und Pavillons zentral unter einer gläsernen Pyramide gestaltet (Architekt: I.M.Pei).
Der “Grand Louvre” zählt mit seinen umfangreichen Sammlungen zu den wichtigsten Museen der Welt. Die Anzahl der Kunstwerke und die Breite des Spektrums sind wirklich gewaltig. Um nicht plan- und ziellos umherzuirren, sollten Sie sich vor dem Besuch Interessenschwerpunkte setzen. Schnell kann einen die Fülle der Exponate oder auch einfach die Museumsluft “erschlagen”; übernachten ist leider nicht möglich. Für ganz Eilige sind bereits vom Eingang an wegweisende Schilder bis zur Mona Lisa und der Venus von Milo angebracht. Am Randstreifen dieser Rennstrecke ist Kunstgenuss kaum mehr möglich.
Ans Einkaufen ist beim großen Umbau großzügig gedacht worden. Nicht nur im Museum selbst finden Sie die üblichen Museumsshops. In der unterirdisch angegliederten Einkaufspassage Galeries du Carroussel du Louvre gibt es auf 16.000 m² Edelboutiquen und verschiedenste Geschäfte (mit Büchern, Reproduktionen, Tonträgern, Spielen, Schokolade) sowie eine Post.
In den Gebäuden des Louvre als auch in der allernächsten Umgebung finden Sie Restaurants, Brasserien und Cafés (z.B. in den Kolonnaden des Richelieu-Flügels das Café Marly)
Öffnungszeiten des Museé du Louvre:
Mi bis Mo von 9-18 Uhr, außer am 1. Januar, 1. Mai, 11. November, 25. Dezember.
Verlängerte Öffnungszeiten Mi und Fr bis 22 Uhr,
Di geschlossen.
Eintritt:
Normal 9,50 € (alle Sammlungen ausser temporäre Ausstellungen in der Napoleonhalle)
Ermäßigt 6,00 € (mittwochs und freitags ab 18 Uhr, alle Sammlungen ausser Napoleonhalle)
Frei für alle unter 18 Jahren, EU-Bürger unter 26 Jahren (plus Island, Norwegen, Liechtenstein) – ausser Napoleonhalle
Napoleonhalle: 11,00 €
Tipp 1: freier Eintritt für alle an jedem 1. Sonntag im Monat sowie am 14. Juli (ausser Napoleonhalle).
Tipp 2: Kombiticket für Louvre inkl. Napoleonhalle und Musée Eugène Delacroix: 14,00 €
Tipp 3: Jahreskarte Louvre Jeunes – Louvre komplett, ohne anzustehen, Mi und Fr ab 18 Uhr inkl. Begleitperson – U26=15€/U30=30€
Informationen zu Sonderausstellungen, Gruppenkonditionen, Führungen, Workshops und mehr erfahren Sie hier.
Lage:
1. Arrondissement
Verkehrsverbindung:
Palais Royal-Musée du Louvre





