
Die Anfänge des Pariser Abwassersystems liegen in der Herrschaftszeit von Philipp II. August, also um 1200. Bereits damals wurden die ersten gotischen Stollen unter der gepflasterten Stadt angelegt, um die stinkenden Abwässer aus der Gosse abzuleiten. Stadtvogt Hugues Aubriot ließ weitere Kanäle im 14. Jahrhundert anlegen.
Doch erst der Pariser Stadtpräfekt Baron Haussmann und Ingenieur Eugène Belgrand konnten die Kanalisation so anlegen lassen, wie sie bis heute besteht – das war nach 1850, in der Zeit des Zweiten Kaiserreiches. Die geplante “Hauptstadt des 19. Jahrhunderts” benötigte dringend ein weitverzweigtes und funktionierendes System zur Versorgung der Stadt mit Trinkwasser und Brauchwasser sowie zur Abwasserentsorgung. Bis 1878 wurde das Netz aus gewölbten Tunneln und Galerien von 30 km auf eine Länge von etwa 600 km ausgebaut. Heute umfasst es eine Länge von ca. 2400 km – eine Stadt unter der Stadt.
Im Museum der Kanalisation wird auf ein paar Hundert Meter Länge die Idee und Funktionsweise des Sytems auf Schautafeln und Diagrammen dargestellt. Das ist recht interessant, geschieht allerdings nicht gänzlich geruchsneutral… Auch sollten Besucher nicht ihr bestes Schuhwerk tragen – Lachen von Sickerwasser lösen Kalkbestandteile, die am Schuh hässliche Flecken hinterlassen können. Tipp: Stülpen Sie ein paar Einkaufstüten aus dem Supermarkt über Ihre Schuhe! Das entspricht nicht gerade dem Pariser chic, hilft jedoch ungemein.
Lage:
7. Arrondissement
Adresse:
Pont de l’Alma, place de la Résistance, gegenüber 93, quai d’Orsay, 75007 Paris.
Öffnungszeiten:
1.10.-30.4.: Sa bis Mi von 11-17 Uhr (Letzter Eintritt 16 Uhr)
1.5.-30.9.: Sa bis Mi von 11-18 Uhr (Letzter Eintritt 17 Uhr)
Do und Fr geschlossen. Ebenso für 2 Wochen im Januar geschlossen.
Eintritt:
Normal: 4.30 €
Ermäßigt: 3.50 € (von 6 bis 16 Jahren)
Freier Eintritt für Kinder unter 6 Jahren sowie für französische Wehrdienstleistende (allerdings nur zwischen 1. und 20. Juli)
Verkehrsverbindung:
Alma-Marceau
Pont de l’Alma
Busse 63 und 80, Haltestelle Alma-Marceau.





