131 Stufen führen hinab in ehemalige Steinbrüche unterhalb des heutigen Platzes Denfert-Rochereau. Bereits in ältesten Siedlungszeiten wurde hier Kalkstein aus der Erde geholt, der zum Herstellen von Farben und Bauen von Häusern verwendet wurde. Teile der ausgebeuteten und aufgegebenen Steinbrüche wurden zwischen 1785 und 1875 mit den Knochen von circa 6 Millionen Toten gefüllt. Dazu wurden, teils aus hygienischen, teils aus städtebaulichen Gründen die Gräber mehrerer Pariser Friedhöfe exhumiert. Die Knochen wurden fein säuberlich in den Katakomben aufgestapelt und erzeugen bei einigen Besuchern einen leichten Schauer. Gedacht ist die gesamte Einrichtung jedoch nicht als Stätte für Schreckgespenster sondern als Ort des Memento mori. An einigen Stellen der kilometerlangen Gänge sind breitere Stollen aufgelassen und Tafeln angebracht, Sarkophage und Gedenksteine aufgestellt.
Die Katakomben von Paris sind über mehrere Jahrhunderte in verschiedener Form kartografiert worden. Die wertvollsten und umfangreichsten Karten sind beim Brand des Pariser Rathauses 1871 zerstört worden. Die Résistancebewegung nutzte die Gegend unter Paris ebenso wie die deutschen Besatzer. Schwarzhändler lagerten hier ihre Waren und noch immer nutzt die Banque de France einen kleinen Teil als Tresor für ihren Goldschatz.
Beim Besuch der Katakomben sollten Sie beachten: Der Boden ist mitunter feucht oder nass. In Verbindung mit Kalkstaub entsteht so eine Schmiere, die deutliche Spuren an Ihren Schuhen hinterlassen kann. Obwohl die Gänge und Räume beleuchtet sind, empfiehlt es sich, eine Taschenlampe mitzunehmen, um Details oder dunkle Seitenstollen besser beleuchten zu können. Auch wenn höhlenliebende Abenteurer (cataphiles) in den Katakomben Partys feiern und sogar Filme zeigen: Die Sperrgitter vor einigen Gängen sollten Sie respektieren! Jährlich wird von Vermissten berichtet, die dies nicht taten und wie die Trottel in die Tunnel vorstießen. Letztlich denken Sie bitte auch daran, daß es im gesamten Tunnelsystem keine Toilette und keine Ruhezonen gibt (mit Bänken, wie etwa auf den Friedhöfen). Der Ausgang befindet sich Hunderte Meter vom Eingang entfernt, die sehr enge Wendeltreppe aufwärts macht manchem Besucher zu schaffen.
Ist man dann wieder auf Straßenniveau, erfolgt durch das Personal eine Kontrolle von Taschen und Rucksäcken – zu viele der Knochen haben in den letzten Jahren nochmals die Ruhestätte wechseln müssen…
Adresse:
1, avenue de Colonel Henri Rol-Tanguy, 75014 Paris
Lage:
14. Arrondissement
Öffnungszeiten:
Di bis So von 10-17 Uhr (Kasse bis 16 Uhr)
(Das Museum hat seit Ende Dezember 2009 wieder geöffnet, nachdem die Schäden durch Vandalismus seit September beseitigt wurden.)
Eintrittspreise:
Normal 8 €
Ermäßigt (14 bis 26 Jahre) 4 €
Ermäßigt (über 60 Jahre) 6 €
Frei für alle unter 14 Jahren
Verkehrsverbindung:
Denfert-Rochereau





