Das dominante Bauwerk auf der Cité-Insel gehört zu den am meisten besuchten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Der Kirchenraum (für bis zu 10.000 Personen!) ist ohne Eintritt zu begehen, der Nordturm erfordert neben Eintrittsgebühren auch körperliche Kondition (422 Stufen!).

Interessante Baugeschichte:
Bereits im alten Lutetia stand hier eine Kathedrale namens St. Étienne. Schon ihre Ausmaße waren gewaltig. Der Gemeinde stand als erster Bischof Dionysius von Paris vor. Sein Nachfolger im Amt Maurice de Sully (Bischof von 1160 bis 1196) beschloss unmittelbar nach Amtsantritt den Abriss des alten und den Neubau eines wahrlich gigantischen Gotteshauses. Das entsprach durchaus dem gotischen Zeitgeschmack: Bischöfe wie Architekten wollten immer höher hinaus. (Von den Hunderten Kathedralen Europas sind allerdings die meisten wieder eingestürzt – Schuld war nicht selten der Wind, das himmlische Kind!) Im Beisein Papst Alexanders III. wurde 1163 der Grundstein zu der neuen Kathedrale Notre-Dame gelegt. Um 1225 war die große Rosette mit Darstellung der Namensgeberin und Jesuskind vollendet. Etwa 150 Jahre lang dauerten die Bauarbeiten, bis die Kirche um 1300 ihr heutiges Aussehen hatte. Das Spiel von vertikalen und horizontalen Linien sowie der äußerst kunstfertige Ausdruck in Statuen, Säulen, Friesen und weiteren Details beeindruckten Zeitgenossen von damals wie Architekten, Kunsthistoriker und Touristen von heute.
Revolution, Restitution, Restaurierung:
Die Revolutionäre von 1789 gingen mit den Kirchen in Frankreich nicht zimperlich um: 1792 wurde das Haus geschlossen, nachdem bereits die meisten der Kapellen, Statuen und Bilder zerstört waren. 1793 feierten die Jakobiner hier das “Fest der Vernunft” – zeitgleich tat “Madame” Guillotine an der Place Louis XV. (heute Place de la Concorde) ihr Werk.
Ab 1798 war in Notre-Dame der Sitz der französischen Staatskirche. Napoléon Bonaparte setzte nach seinem Staatsstreich von 1799 auf Eintracht (concorde) und die Zeit der Zerstörung und Entweihung von Kirchen fand ihr Ende. 1804 krönte er sich hier in Anwesenheit des Papstes zum Kaiser aller Franzosen. Mittlerweile durften auch wieder katholische Gottesdienste stattfinden.
Das Erscheinen von Victor Hugos Roman “Der Glöckner von Notre-Dame” im Jahre 1832 fand in der Bevölkerung breite Zustimmung zum Erhalt und Wiederaufbau der Kathedrale.
Hochzeit und Selbstkrönung des zweiten Kaisers Napoléon III. im Jahr 1853 waren eine Kopie der Krönungsfeierlichkeiten von 1804.
Während der großen Stadtumbauphase unter Präfekt Baron Haussmann wurden Dutzende Häuser auf der Insel abgerissen. Etwa 20.000 Menschen wurden umgesiedelt. Einige der früheren Straßenzüge sind auf dem Vorplatz der Kirche markiert. Ebenso findet sich hier der Kilometerstein Null für die Entfernungsangaben von und nach Paris.
Heutige Bedeutung:
Als katholische Kirche gehört Notre-Dame de Paris zur Diözese von Paris. Als Sehenswürdigkeit der Stadt gehören Aufnahmen von ihr in jedes Fotoalbum. Auch wenn die Warteschlangen schon vormittags sehr lang sind – ein Blick ins Innere lohnt sich!
Öffnungszeiten des Nordturmes:
täglich 10 bis 18:30 Uhr (von Juni bis August Sa und So bis 23 Uhr geöffnet)
Eintritt zum Turm:
7,50 € Normal
4,80 € für U 26
frei für EU-Bürger U 26 und alle U 18
Eintritt zur Krypta:
3,30 € Erwachsene
1,60 € für U 26
frei für EU-Bürger U 26 und alle U14
Öffnungszeiten der Krypta: Di bis So von 10-18 Uhr
Uhrzeiten der Messen (auch auf deutsch) finden Sie hier.
Adresse:
Parvis Notre-Dame – Place Jean-Paul II
Lage:
4. Arrondissement, Île de la Cité
Verkehrsverbindung:
Cité
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Hôtel-de-Ville
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Saint-Michel – Notre-Dame





