(auch: Palais Garnier)
Unter 171 Teilnehmern hatte Charles Garnier, gerade 35 Jahre jung, den Architekturwettbewerb zum Entwurf der Oper gewonnen. Schon der Name des Architekten verspricht ja einiges. Und so ist das zweitgrößte Opernhaus der Stadt denn auch reich verziert mit allerlei Gefälligkeiten für’s Auge. Baubeginn war 1862. Kaiser Napoléon III. wollte es so, sein Stadtpräfekt Haussmann kümmerte sich drum, die Académie nationale de musique freute es. Es war die Zeit, da Opernbesuche in der bürgerlichen Welt schwer en vogue waren. Die Werke Meyerbeers, Puccinis oder Verdis waren für einige Besucher dabei nebensächlich. Bereits von außen kann sich der Besucher kaum satt sehen, und das geht im Inneren so weiter. 17 Stockwerke hoch ist das Gebäude, die Hälfte davon liegt unterirdisch. In der untersten Ebene gibt es gar einen Teich – eine Romanfigur von Gaston Leroux soll dort ihr Wesen treiben. (Für dieses Phantom wird bis heute die Proszeniumsloge Nr. 5 bei jeder Vorstellung frei gehalten.) Das riesige Deckengemälde im Zuschauerraum unter der Flachkuppel wurde 1963 von Marc Chagall gemalt. Der Weg um das Gebäude herum ist über einen halben Kilometer lang. Die nacktbrüstigen Kandelaberfiguren erregten im 19. Jhd. die Pariser Gemüter: darf man denn so was?
An der Seite links vom Hauptportal ist eine Auffahrtrampe eigens für den Kaiser installiert worden, der vor einer Opernaufführung in der Salle Peletier 1858 nur knapp einem revolutionären Attentat entging. Hier nun konnte er unbemerkt aus der Kutsche in seine kaiserliche Loge umsteigen. Nur Pech: als die Oper am 15. Januar 1875 eröffnet wurde, gab es keinen Kaiser mehr. Die Auffahrt steht dennoch laut den Statuten des Vereins ausschließlich dem französischen Staatsoberhaupt zur Verfügung.
Repertoire: Seit der Eröffnung der Opéra Bastille im Jahr 1989 werden im Palais Garnier keine Opern, nurmehr Ballets gezeigt und Konzerte aufgeführt. Das weltberühmte corps de ballet und Startänzer aus aller Welt halten den Ruf des Hauses weiterhin hoch. Beide Häuser bilden seit 1990 gemeinsam die Opéra National de Paris. Informationen zum Spielplan und Kartenverkauf erhalten Sie hier.
Lage:
9. Arrondissement
Verkehrsverbindung:
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Opéra
Busse 20, 21, 27, 42, 52, 53, 66, 81 und 95.





