Unweit der Basilika Sacre Cœur gelegen, gilt er als das (touristische) Zentrum und vibrierende Herz von Montmartre. In der Mitte des baumbestandenen Platzes befinden sich Freisitze verschiedener Restaurants, die auch im Winter betrieben werden und mit Heizpilzen wärmstens versorgt sind.
In Montmartre wohnten und arbeiteten schon seit dem 19. Jhd. viele Künstler. Seit Ende der 1940er stehen Staffeleien unter freiem Himmel, Bilder werden vor den Augen des Publikums gemalt. Lange Zeit war dies eher eine wilde, unorganisierte Aktion – seit 1983 regelt das Gemeindeamt das Ganze. Nicht nur die Stände der Freiluftmaler, auch Aktionen wie Straßenumzüge, Kinderfeste, Filmdreharbeiten oder Modenschauen – Sie finden sich hier in einem echten Freiluftmuseum wieder.
Um den Platz herum angelegt sind 149 markierte Plätze: 79 für Maler und 70 für Karikaturisten, Porträtisten und Silhouettenschneider. Da sich jeweils 2 Künstler einen Platz teilen, ergibt sich ein Maximalaufgebot von 298. Viele von ihnen versammeln sich im Künstlerverein “Collectif des Artistes Montmartrois”. In den letzten Jahren drängen immer mehr Maler auf den Markt, die nicht oder noch nicht lange genug in Montmartre wohnen, was in der Vereinsgazette kontrovers diskutiert wird.
Vom Rummel der Metropole Paris bemerkt man an der “butte” wenig. Die Häuser am Place du Tertre und seiner nächsten Umgebung haben viel bewahrt vom Anblick aus der Zeit, als Montmartre noch ein kleines Dorf außerhalb von Paris war. Jedoch: der Kommerz unserer Tage hat den Platz fest im Griff. In nahezu alle Häuser sind Restaurantbetriebe und Souvenirläden eingezogen. Während der touristischen Saison – das sind immerhin 10 Monate – ist der “Platz der Maler” bestuhlt durch Restaurants. Von ärmlichem Viertel kann heute keine Rede mehr sein. Wenn Paris im Gesamten künstlich überteuert ist, dann trifft dies in erster Linie auch auf die Mieten im Montmartreviertel und auf die Preise der Restos am Place du Tertre zu. Bei Ihrem Besuch sollten Sie es sich trotz aller Frotzelei dennoch nicht nehmen lassen, in der Nachmittagssonne einen café crème zu schlürfen – oder sich malen zu lassen.
Lage:
18. Arrondissement, Montmartre
Verkehrsverbindung:
Abesses oder Lamarck-Coulaincourt, von dort zu Fuß, der Weg ist gut ausgeschildert.
Montmartrobus: Die Elektrobusse dieser Kleinlinie fahren ab Pigalle (![]()
) auf die butte Montmartre und halten auch direkt am Place du Tertre.





