Place Vendôme

Ursprünge und Baugeschichte des Platzes:

Um 1680 wollte der Verwalter der königlichen Bauten in Paris ein architektonisches Symbol königlicher Macht entwerfen lassen. Den Baugrund dazu kaufte der König um 1685 dem Herzog von Vendôme ab (dieser im Übrigen ein unehelicher Sproß des Königs Henri IV.). Der Entwurf zu dem geschlossenen und harmonischen Areal stammt von Jules-Hardouin Mansart,  Stararchitekt Ludwigs XIV. (Der König mit seinem Hofstaat lebte zu dieser Zeit bereits in Versailles und feierte dort ausgelassene Feste.) Doch waren im Staat des Sonnenkönigs zu viele Baustellen offen – Feste feiern war manchmal wichtiger als feste bauen. Man entschied daher, nur die Fassaden mit den Arkadengängen fertig zu stellen, in der Mitte des Platzes eine Statue des Königs aufzustellen und das Ganze 1699 schon mal einzuweihen. Bis 1720 wurden dann die Paläste hinter den Fassaden fertiggestellt, in die Herzöge, Bankiers und Juwelenhändler einzogen. Das Reiterstandbild des Königs überlebte die Revolution freilich nicht.

Vendome

Die Säule von Austerlitz:

Auch die 1810 in der Platzmitte aufgestellte Säule hat eine wechselvolle Geschichte. In ihrem Inneren ist sie gemauert, außen mit einem Bronzeband verziert, das aus ca. 1.250 erbeuteten und eingeschmolzenen Kanonen gegossen wurde. Die darauf abgebildeten Reliefs zeigen einzelne Stationen der Dreikaiserschlacht von 1805 bei Austerlitz. Als Krönung des Ganzen obenauf Napoléon Bonaparte im Gewand römischer Kaiser. Die Statue ist eine Kopie des Originals, das nach dem Sturz des Kaisers verschwand. Zwischenzeitlich befanden sich eine Statue Heinrichs IV, kurz darauf eine gigantische Bourbonenlilie, dann wieder ein Standbild Napoléons in Uniform dort oben. Die Säule wurde 1871 während der Kommune gestürzt und erst in der 3. Republik wieder aufgestellt. Einer, der zum Sturz der Säule aufrief, ging wegen der hohen Schadenersatzforderungen des Staates ins Schweizer Exil: Gustave Courbet.

Heutige Situation:

Auch im Paris des 21. Jahrhunderts hat dieser klassische Stadtplatz seine Bedeutung – als Gesamtensemble für architekturbegeisterte Touristen, als Schaufenster für Hersteller berühmter Uhren, Juwelen, Duftwässer und Kleidchen (Für Kurzentschlossene ohne Kreditkarte: es findet sich hier auch ein Geldautomat). In Nr. 15 befindet sich seit 1898 der Luxustempel Hotel Ritz. (Hier lebte und starb Coco Chanel, hier trank und schrieb Ernest Hemingway, hier fühlte sich Marcel Proust außerhalb der Zeit ganz wohl…)

Lage:
1. Arrondissement

Verkehrsverbindung:
Metro Linie 3 Metro Linie 7 Opéra
Metro Linie 1 Tuileries
Busse 20, 21, 27, 42, 52, 53, 66, 81 und 95.




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