In den Tagen unter König Karl V. (14. Jhd.) befand sich an dieser Stelle westlich des Louvre noch ländliches Gebiet. Es wurde von ansässigen Gewerbetreibenden auf verschiedene Weise genutzt: Fellgerber luden ihren stinkenden Müll ab, Schlachter kippten ihre unleckeren Abfälle auf immer größer anwachsende Müllhalden. Ziegelhersteller verarbeiteten den tonhaltigen Boden. Von Letzteren leitet sich auch der Name der Gegend ab: Tuilerien bedeutet Ziegeleien.
Tuilerienpalast:
Mitte des 16. Jahrhunderts ließ Katharina von Medici hier in relativ kurzer Zeit ein Schlößchen bauen. Sie hatte es wohl satt, als Königinmutter auf der permanenten Großbaustelle Louvre zu wohnen. Eine abergläubische Weissagung an einen Tod “in der Nähe von St-Germain” (gemeint war die Kirche St.-Germain-l’Auxerrois in der Nähe des Louvre) ließ sie jedoch wieder aus dem Schloß ausziehen. Sonnenkönig Ludwig XIV. wohnte immerhin 3 Jahre darin. Moliére spielte Theater, Konzerte wurden gegeben und sogar Herr Mozart kam zur Aufführung seiner Kompositionen angereist. Ludwig XVI. und Marie-Antoinette wurden aus Versailles wieder nach Paris in die Tuilerien gezwungen. 1792 stürmte das Volk den Palast: die Schweizer Garde wurde überrumpelt und großteils getötet, der Palast wurde geplündert. Napoléon Bonaparte errichtete im Tuilerienpalast seine Hauptstadtresidenz. Die ihm nachfolgenden Könige wohnten hier und auch der zweite Kaiser. Den Garaus machten dem Palast die Pariser Kommunarden, die es kurzerhand in Brand steckten – die Ruinen wurden nach Parlamentsbeschluß nicht wieder aufgebaut.
Tuileriengarten:
Von oben erwähnter Katharina von Medici wurden um das Palais herum Gärten im italienischen Stil angelegt (also: nicht von ihr selbst, aber von M. Palissy). Schon damals waren die Gärten dem Hof und den Bürgern gleichermaßen zugänglich.
Das achteckige Becken, auf dem heutzutage ausgeliehene Segelboote fahren, stammt noch aus dieser Zeit. Gartenarchitekt Le Nôtre gestaltete im 17. Jahrhundert die Gärten neu, er legte unter anderem die Terrassen an, um das Gefälle auszugleichen. Die kleinen Wäldchen wichen großzügigen Rasenanlagen, künstliche Wasserspiele und eine Orangerie wurden eingerichtet. Die langgestreckten Gärten sind Teil eines bemerkenswerten städtebaulichen Ensembles, der “triumphalen Achse”. Sie führt west-östlich über 8 Kilometer vom Louvre über Tuilerien, Concorde, Champs-Elysée und Étoile bis nach La Défense.
Seit dem 18. Jahrhundert ist der Park bei den Parisern sehr beliebt – locker verstreut stehen viele Stühle und laden auch fußmüde Touristen zur Pause ein. Das beste Schuhwerk sollten Sie allerdings nicht tragen: Der immernoch reichlich vorhandene Tonstaub hinterläßt deutliche Spuren. Und bei starkem Wind wird auch der Rest der Klamottage heftig gepudert! Sommers gibt es zahlreiche Freizeitvergnügen in den Tuilerien: Eselreiten für Kinder, Verleih von Modellbooten, diverse Karussels, Fanfarenumzüge, Wasserspiele, Kunstausstellungen und Konzerte. Das große Riesenrad mit sensationellem Blick über Paris und ebenso sensationellem Fahrpreis (10 € für drei Umdrehungen!) wird nur zeitweise aufgestellt.
Lage:
1. Arrondissement
Verkehrsverbindung:
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Concorde oder
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Tuileries
Busse: 42, 68, 72, 73, 84 und 94.





