Goldene Stadt Prag

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Haupt(stadt) der Republik – Mutter aller Städte. Das sind nur zwei der vielen Attribute, die für Prag teils seit Jahrhunderten verwendet wurden. Bekannt ist die Stadt auch als “Hunderttürmige” oder “Goldene Stadt”. Eingebettet zwischen Hügel liegt Prag an den Ufern des Flusses Moldau. Ein kaum zu überblickendes Häusermeer, entstanden in über 10 Jahrhunderten, bedeckt die Altstadt am rechten Flussufer. Die Neustadt erstreckt sich um die Altstadt herum und ist immerhin selbst schon mehr als 650 Jahre alt. Die Prager Burg mit dazugehöriger Burgvorstadt sowie der Stadtteil Kleinseite befinden sich am linken  Moldauufer. Das Prager Stadtgebiet hat sich in vielen Jahrhunderten mehrfach vergrößert. Heute hat es eine Ausdehnung auf etwa 500 Quadratkilometer und ist damit fünfmal größer als Paris. Als Hauptstadt ist Prag nicht nur Sitz der Regierung sondern auch ein bedeutender Standort der Wirtschaft.
Beste Reisezeiten: Im Frühling – wenn an den Hügeln des Laurenziberges unzählige Bäume blühen und die Liebe in der Luft liegt. Im Spätsommer und Frühherbst taucht die untergehende Sonne alles in ein wahrlich goldenes Licht.
Bereits vor Ihrem ersten Besuch sollten Sie daran denken, dass Sie sich den Reizen dieser Stadt schwerlich entziehen können und bereits an Ihren nächsten Besuch denken.

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Kurze Prager Stadtgeschichte
Die Stadt in Zahlen

Wie es wurde, was es ist – eine kurze Prager Stadtgeschichte

Die tschechische Fürstin Libussa soll einst auf dem Hügel Vysehrad gestanden haben und zum heutigen Burgberg Hradschin herübergewiesen haben. Ihr erschien an der gezeigten Stelle “eine Stadt, deren Ruhm bis zu den Sternen reichen wird”. Die Männer ihres Stammes liefen sofort hinüber zu dem Berg auf der anderen Seite des breiten und trägen Flusses Moldau. (Was damals noch mehrere Stunden in Anspruch nahm: Brücken gab es keine und ein Fährmann musste ersteinmal aufgetrieben werden.) Sie fanden in dem ausgedehnten Waldgebiet einen Zimmermann, der gerade einen Baumstamm bearbeitete, um daraus die Türschwelle für sein neues Haus zu fertigen. Schwelle heisst auf tschechisch práh, und so bekam die Gegend ihren Namen Praha, also Prag. Weil Mythen und Sagen für ein Volk große Bedeutung hatten, beschlossen spätere Herrscher, an genau dieser Stelle eine Burg mit Herrschersitz errichten zu lassen. Daraus entwickelte sich im Laufe von mehr als tausend Jahren das bis heute grösste Burgareal, die Prager Burg. Der Berg darunter heisst deswegen heute Burgberg, auf tschechisch Hrádcin.

Nun ist so ein Herrscher ohne Beherrschte ja fast nix, also mussten mehr Menschen angesiedelt werden in dieser Gegend an der Moldaubiegung. Bis dato kamen viele immer nur vorbei, weil sie sich auf den frühzeitlichen Handelsstraßen bewegten. Den größten Bauboom des Mittelalters löste der hier residierende Kaiser Karl IV. aus. Er siedelte sowohl Händler und Handwerker als auch Wissenschaftler und Künstler an. Er gründete eine Universität (sie wurde nach ihm benannt und war die erste in Mitteleuropa) und soll auch selbst an der Bauplanung einer neuen Stadt beteiligt gewesen sein. Diese neue Stadt hieß dann Neue Stadt (nové mésto) und ist heute ein zentraler Stadtbezirk von Prag. Auch ließ der Kaiser von den besten Architekten, die zu finden waren, eine neue Brücke über den Fluß bauen; die alte war bei einem Hochwasser kaputt gegangen. Die neue steinerne Brücke hieß einfach nur Steinerne Brücke. Sie musste sich erst mal 500 Jahre bewähren, bevor man sie nach dem früheren Kaiser Karlsbrücke benannte. (Seit kurzem hat sie sogar ein eigenes Museum.)

Prag wurde mit der Zeit immer größer und berühmter, aber bis zu den Sternen wollte der Ruhm noch nicht ganz reichen. Kaiser Rudolf II. lockte viele italienische Architekten hierher, um Prag so schön wie Florenz zu machen. Auch Forscher zur Porzellan- und Goldherstellung hatte er beschäftigt. Astronomie war ein großes Thema für den Kaiser, doch sein Lieblingsastronom starb ganz plötzlich und unerwartet.

Die Schweden hätten Prag im Dreißigjährigen Krieg am liebsten auf den Mond geschossen, aber sie haben sich an der steinernen Brücke die Zähne ausgebissen. Dafür haben sie bei Kriegsende allerdings die kaiserlichen Kunstsammlungen mit nach Hause genommen und sie bis heute nicht heraus gegeben.

Vor ca. 140 Jahren bastelte ein Herr Langweil ein Modell der Stadt Prag, es ist alles andere als langweilig. Es zeigt die Stadt zur Zeit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert, die ganz Europa verändert und Prag sozusagen zur Industriehauptstadt des Habsburger Reiches gemacht hatte. Im ersten Weltkrieg musste auch Prag viele seiner Söhne hergeben. Ein ehemaliger Soldat traf sich mit einem Kollegen nach dem Krieg um sieben in der Schenke „Zum Kelch“. Ab 1918 war Prag dann die Hauptstadt der ersten Republik, es war eine Zeit des Aufschwungs. Prag stand auf Augenhöhe mit London, Paris und Berlin. Europas modernste Filmstudios entstanden im Stadtteil Barrandov. Wenzelsplatz und Graben waren die großen, mondänen Flaniermeilen der stolzen Hauptstadt. Im Krieg bis 1945 wurde in Prag relativ wenig zerstört, vor ihrer Niederlage sprengten die Nazis immerhin jedoch einen Teil des Altstädter Rathauses.  Nach der Befreiung und dem kommunistischen Putsch von 1948 wurden die großen Boulevards und Freiflächen  zu Aufmarschplätzen der Partei, im weltgrößten Stadion auf dem Strahov-Berg standen die traditionellen Sokol-Arbeiterturnfeste unter dem Zeichen von Hammer und Sichel und rotem Stern. In den 1970er Jahren wurde die Altstadt gründlich restauriert, später wurde ein Großteil des Gebietes zum Unesco Weltkulturerbe ernannt. Seitdem entwickeln sich auch die Touristenzahlen stetig nach oben – Beschaulichkeit ist in der Altstadt nur noch an wenigen Plätzen zu finden. Seit der Trennung von der Slowakei 1993 hielt in Prag der Kommerz verstärkt Einzug, ausländische Großkonzerne kauften tschechische Nationalunternehmen, die Auslagen in den Fenstern der Geschäfte gleichen jüngst immer mehr denen in Hamburg, Berlin und Wien. Seit Mai 2004 steht nun einer der Sterne auf der Europaflagge für Tschechien. Ob das der von Libussa beschworene Ruhm Prags ist, bleibt für später heraus zu finden. Trotz manch fragwürdiger Entwicklungen ist Prag, und wir meinen nicht nur das Altstadtzentrum, immer noch eine der schönsten Hauptstädte Europas.

Die Stadt in Zahlen

Fläche:  496 km²
Einwohner: ungefähr 1.184.100
Fläche pro Einwohner:  über 400 m²
Geografische Lage:  genau 50° 5′ 19 ” N, 14° 25′ 17″ O
Höhe: 177m bis 399m über dem Finnischen Meerbusen (Kronstadtpegel)
Stadtbezirke: 22 (mit sage und schreibe 57 Stadtteilen)




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