Es ist nicht so, dass die gesamte Altstadt auf chic macht und sich dem Tourismus anbiedert – diese Kneipe ist der beste Beweis. Es ist ein authentischer Ort typisch Prager Trinkkultur und hat sowohl die Dornröschenzeit als auch die Wende überdauert. An langen Holztischen sitzen zumeist Männer: Kollegen, die gleich nach Feierabend 1 oder 10 Bier (Staropramen) stürzen. Freunde, die beim Bier das Gespräch von gestern fortsetzen (und sich morgen wieder hier treffen) – Straßenbahnfahrer und Handwerker ebenso wie Doktoren, Restauratoren und kleine Beamte. Frauen sind selten, aber durchaus willkommen.
Aus der Küche kommen nur kleine Gerichte, gerade recht zum Bier. Der Hit ist der “eingelegte Hermelin” (ca. 2,50 €), ein in Öl und Gewürzen marinierter Camembert, mit Knoblauch und Chillischoten verfeinert, dazu böhmisches Graubrot. Der beste Hermelin der ganzen Stadt, jedoch nicht vor dem Besuch der Oper zu empfehlen…!
Freie Plätze sind in der Zeit zwischen 19 und 22 Uhr Mangelware. Setzen Sie sich ruhig zu anderen an den Tisch, nicht jedoch ohne vorher höflich zu fragen. Letztlich typisch ist auch die blitzartige Räumung der Kneipe kurz nach halb elf – morgen früh geht’s wieder an die Arbeit (und danach gleich zum Templer…).
Geöffnet:
11-23 Uhr
Adresse:
Masná (Fleischergasse), Prag 1 – Altstadt
Verkehrsverbindung:
Metro B Namésti republiky
Tram 5, 8 und 14
Neueste Information: Der Templer hat dicht gemacht (Juli 2010). Sehr schade drum! R.I.P.






Lieber Honza, lieber Mirko,
bei meinem letzten Besuch in Prag musste ich leider feststellen, dass der Templer für immer seine Pforten geschlossen hat. Stattdessen kommt da Yuppieduppi rein.
Beste Grüße -
Jiri
Richtig, Jiri, das ist sehr schade! Seit Juli 2010 schon geschlossen. R.I.P. Auch Prag bekommt zunehmend mehr Yuppieduppie – auch ich find’s scheußlich. Ich hoffe, euch hier demnächst weitere authentische und noch existierende Plätze Prager Ess- und Trinkkultur vorzustellen.